Komm heiliger Geist - Gottesdienst an Pfingstmontag

Trotz des windigen und kühlen Wetters fanden sich viele Gäste auf dem Kirchenhügel in Finkenberg ein, um einen Pfingstgottesdienst open air zu feiern. Anfangs gingen einige Zartbesaitete in die katholische Kirche, aber die Verantwortlichen beschlossen, dem Wetter zu trotzen und den Gottesdienst wie vorbereitet im Freien abzuhalten. Und das war gut so: die Pfingst-Stimmung und das Gemeinschaftsgefühl wurden dadurch erst richtig erlebbar. der Wind brauste - aber ab und zu lugte auch die Sonne durch die Wolken.

Jung, dynamisch - chancenlos

So lautet das Pfingstthema 2016: dazu hatte das Team aus den drei Gemeinden vom Kirchenhügel einen bewegenden Gottesdienst vorbereitet.

Nun wurde auch klar, wozu die Leiter diente, die scheinbar vergessen neben dem Baldachin stand, unter dem der Posaunenchor von Wahnheide Zuflucht vor dem windigen und kühlen Wetter gefunden hatte. Weit gefehlt - an vier Beispielen stellvertretend für vermutlich sehr viele wurde hier deutlich gemacht, wie jemand Träume und Zukunftspläne im Kopf hat und immer eine Stufe nach der anderen hochklettert, nur um zu lernen, dass es so nie klappen wird, weil .... irgendwas im Weg ist und die Erfüllung der Wünsche verhindert - also wieder eine Stufe nach der anderen hinunter aus Wolke 7 und zurück auf den Boden der Tatsachen. Das ging Karolina aus Bosnien so, die gerne lernt und später studieren möchte, aber deren Eltern nicht reich sind und ihrem Kind diese Zukunft nicht ermöglichen können. Jesziut ist Strafgefangener und würde gern den Schulabschluss nachholen, wenn er frei kommt. Aber wer straffällig geworden ist und keinen Einfluss hat, bekommt nur schwer wieder Anschluss. Oder Diego aus Südamerika, der fleißig und engagiert ist, hier aber keine Arbeit bekommt, weil er nicht zu den gesuchten, hochqualifizierten Fachkräften zählt. Eine Vertreterin der katholischen Kirche wünscht sich mehr Offenheit und Weltzugewandtheit, was sich eine Jugendliche von dieser Kirche einfach nicht vorstellen kann. Diese Statements ließen uns nachdenklich zurück und brachten die Frage auf, inwieweit wir mit unseren vorgefertigten und zementierten Meinungen und Regeln mit verantwortlich sind für diese frustrierende Perspektive.

Ökumene lebt auf dem Kirchenhügel in Finkenberg

Ina von Häfen, Hans-Georg Link, Pfarrerin und Pfarrer aus unserer Gemeinde, Susanne Besuglow und Stefanie Meyer, Gemeindereferentinnen der Pfarrgemeinde Sankt Maximilian Kolbe und Pastor Lorenz von der Freien Christengemeinde gestalteten wieder einen lebendigen Gottesdienst, der in den Spielszenen ernüchternd, aber auch erweckend wirkte und dazu aufforderte, den Geist Gottes aufzunehmen und Vorurteile, alte Rituale und verfestigte Regeln mal ordentlich durchzupusten und aufzuwirbeln. Mit zum Team gehörte auch schon der neue Pastor der Freien Christengemeinde, Carl Hiegley aus London, der im Juni die Nachfolge von Pastor Lorenz antreten wird.

Musikalisch ausgestaltet wurde der Gottesdienst vom Posaunenchor der evangelischen Kirchengemeinde Porz-Wahnheide unter der Leitung von Udo Dietz. Nach dem Gottesdienst konnten die Gottesdienstgäste bei Kaffee und Kuchen - gespendet von den Mitgliedern der Freien Christengemeinde - noch einmal das Thema Revue passieren lassen und diskutieren.

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