Oratorium Luther in Worms - unser musikalischer Höhepunkt des Jahres



Nach großem Erfolg bei der ersten Aufführung in Neuwied wurde das Werk von Ludwig Meinardus (1827 - 1896) in der Kölner Trinitatiskirche ein zweites Mal aufgeführt.

Es musizierten die Porzer Kantorei mit dem Konzertchor Neuwied, großem Symphonieorchester und fünf renommierten Solistinnen und Solisten: Marina Unruh (Sopran), Silke Hartstang (Alt), Fabian Strotmann (Tenor), Rafael Bruck (Bariton) und Fabian Kuhnen (Bass). Die Gesamtleitung in Köln hatte Kreiskantor Thomas Wegst. Die Einstudierung mit dem Konzertchor Neuwied oblag Kirchenmusikdirektor Thomas Schmidt.

Die Aufführung markierte einen Höhepunkt der zahlreichen Veranstaltungen zum Jubiläumsjahr 500 Jahre Reformation und wurde vom Publikum in der gut besuchten Trinitatiskirche mit anhaltendem Applaus und standing ovations belohnt.

Die nächsten musikalischen Events:

 

Am 3. Advent, 17. Dezember um 9.30 Uhr in der Johanneskirche (Ensen/Westhoven). Ein musikalischer Gottesdienst rund um die sogenannten O-Antiphone, alte Gesänge, deren Texte auf den kommenden Herrn verweisen und die alle mit "O" beginnen. Diese Gesänge sind traditionell den sieben Tagen vor Weihnachten zugewiesen. Der meditative Gottesdienst wird musikalisch vom Sing- und Spielkreis der Johanneskirche gestaltet.

am 3. Advent, 17. Dezember, 17 Uhr, Markuskirche (Eil): unser Jazz- und Gospelchor "Keep On Singing" mit weihnachtlichem Schwerpunkt, mit Solosängerin Carmen Merce Alvaro und der Begleitband Tobias Hebbelmann, Jonas Neumann und Thomas Preuth. Eintritt 12 Euro/ermäßigt 8 Euro;

 

am 24. Dezember, Heiligabend, 23 Uhr, Markuskirche (Eil): musikalische Gestaltung der Christmette mit der Porzer Kantorei

Infos zur Kirchenmusik in unserer Gemeinde: www.kirchenmusik-porz.de

 

 

 

Ihr seid das Salz!

Reformationsjubiläum 31. Oktober 2017


Festgottesdienst zum Reformationsjubiläum am 31. Oktober 2017

Auch nach 500 Jahren ziehen die Gedanken Martin Luthers die Massen an. Das war beim Gemeindegottesdienst anlässlich des 500. Jahrestages des Thesenanschlags Martin Luthers mit großer Freude festzustellen. In der Johanneskirche waren schnell alle Stühle besetzt, viele mussten stehend den Gottesdienst verfolgen. Frau Pfarrerin Ingrid Kibilka und Pfarrer Peter Grafe begrüßten die Gottesdienstgäste und freuten sich darüber, dass sie in einem Gottesdienst auch einmal sagen konnten: „Wir sind zu voll.“

Im Mittelpunkt des Gottesdienstes stand die Dialogpredigt der beiden Liturgen, die die Kerngedanken der Reformation zum Thema hatte. Luther konnte nicht ahnen, was er mit seinen Thesen zur Reform der Kirche auslösen würde. Sein zentrales Thema war die Freiheit des Menschen und das Erlöstsein vor Gott von Angst und Seelennot, auf das aber die damalige Papstkirche eine andere Antwort hatte. Die Folgen dieses neuen Denkansatzes waren vielfältig und nachhaltig, sie wirken fort bis heute. Auch wenn „Martin Luther“ nicht nur der Antreiber der Reformation damals war, sondern ein erfolgreicher Marketingartikel heute, wird deutlich, dass die Veränderung durch die Reformation nicht abgeschlossen ist, sondern vor neuen Herausforderungen steht.

Unsere Kirchengemeinde hatte sich in verschiedenen Veranstaltungen auf das Jubiläum vorbereitet. Kantor Thomas Wegst lud noch zum Abschluss zur Aufführung des Oratoriums „Luther in Worms“ ein, das am 12. November in der Trinitatiskirche aufgeführt wird.

Beim anschließenden Gemeindeempfang ließen es sich die zahlreichen Gäste gut schmecken, die Gemeinde bot einen „Luther-Riesling“ an, der speziell für diese Veranstaltung gekauft worden war. Fleißige Hände hatten lange gearbeitet, um für das leibliche Wohl der Gäste zu sorgen. Darunter waren auch Vertreter der katholischen Nachbargemeinden. Pfarrerin Ingrid Kibilka, die derzeitige Vorsitzende des Presbyteriums unserer Gemeinde, zeigte sich abschließend sehr zufrieden mit dem Verlauf des Jubiläumsjahres und des Abschlussgottesdienstes.

Henning Schützendorf

Porzer Frauentag - Frauen reformieren anders

Wir feierten 2017 Jubiläum - 500 Jahre Reformation nach Martin Luthers Thesenanschlag in Wittenberg. Ein bekanntes Ereignis mit einem berühmten Namen.

Weniger bekannt ist, dass auch viele Frauen ihrerzeit damals sich für die neuen Ideen einsetzten, ihre Fähigkeiten zu schreiben und zu lesen, ihre Kenntnisse in Theologie und Bibel, ihre Einflussmöglichkeiten als Fürstinnen oder auch ihr Geld einsetzten, um die Reformation zu unterstützen. Ihre Namen sind unbekannt geblieben. Am ehesten kennt man noch Katharina von Bora, Luthers Frau.

Auf dem Porzer Frauentag am 22. November hatten wir Gelegenheit, einige dieser Vorkämpferinnen kennenzulernen. Zum Beispiel Argula von Grumbach, die viele Schreiben verfasste, die weit verbreitet wurden, mehr als Martin Luthers selbst, die durch den Einsatz für einen zum Widerruf gezwungenen Theologen in Not geriet und bis zuletzt streitbar blieb. Oder Katharina Zell, die als Pfarrfrau in Straßburg theologisch fundierte Schreiben verfasste, Glaubensflüchtlinge aufnahm und sich mit der Obrigkeit stritt. Oder aus unserer Zeit Ilse Härter, die in den Zeiten des Nationalsozialismus Theologie studierte und sich der Bekennenden Kirche anschloss, sich der Ordination verweigerte, weil für Frauen nur das Vikartum vorgesehen war, die sich trotzdem um Gemeinden kümmerte (und 1942 doch noch ordentlich ordiniert wurde als Pastorin und als Pfarrerin tätig werden konnte).  Nach einer Andacht gab es einen kleinen Imbiss, danach hielt Pfarrerin Dorothee Schaper einen Kurzvortrag über Reformatorinnen auch mit Blick auf Frauen im Judentum und Islam, danach wurde das Thema an fünf Thementischen vertieft. Den Abschluss bildete ein Abendsegen in der Kirche, bei dem die Diskussionsinhalte kurz zusammengefasst wurden.

Ein Hauch von Karibik in Porz

Ein ökumenisches Team hat den von den kubanischen Frauen geplanten Gottesdienst für Finkenberger Verhältnisse vorbereitet und gestaltet. Dabei hatten sie das Thema des Weltgebetstages sogar wörtlich genommen und sich generationenübergreifend aufgestellt. Da hat es Spaß gemacht zu planen, zu dekorieren und zu gestalten. Leider machten es die Temperaturen in der katholischen Kirche Sankt Maximilian Kolbe schwer, sich in ein karibisches Land einzufühlen, aber spätestens das leckere Abendessen, das Marion Herzog für alle zubereitet hatte und der fair gehandelte Cuba libre, aus Peri Terbuykens Eine-Welt-Laden haben es dann doch geschafft, einen Hauch von Karibik atmen zu lassen.

Das ökumenische TEAM vom Kirchenhügel in Finkenberg freut sich jedenfalls schon auf den nächsten Weltgebetstag, den wir am 3. März 2017 feiern werden und der uns auf die Philippinen führen wird ...

Kuba war im Jahr 2016 das Schwerpunktland des Weltgebetstags. Der größte und bevölkerungsreichste Inselstaat der Karibik stand bei den Gottesdiensten rund um den Erdball am 4. März im Mittelpunkt. Eine Gruppe von 20 kubanischen Frauen unterschiedlicher christlicher Konfessionen hatte dazu Texte, Lieder und Gebete ausgewählt und in einer Gottesdienstordnung zusammengestellt. Mit dieser Ordnung feierten die kubanischen Frauen weltweit mit uns ihren Glauben.

Ein gutes Zusammenleben aller Generationen

Unter dem Titel "Nehmt Kinder auf und ihr nehmt mich auf" erzählten sie von ihren Sorgen und Hoffnungen angesichts der politischen und gesellschaftlichen Umbrüche in ihrem Land. Jesus lässt im zentralen Lesungstext ihrer Ordnung (Markus Kapitel 10, Verse 13 bis 16) Kinder zu sich kommen und segnet sie. Ein gutes Zusammenleben aller Generationen begreifen die kubanischen Weltgebetstagsfrauen als Herausforderung - hochaktuell in Kuba, dem viele junge Menschen auf der Suche nach neuen beruflichen und persönlichen Perspektiven den Rücken kehren.

Ein Natur- und Urlaubsparadies

Von der "schönsten Insel, die Menschenaugen jemals erblickten" schwärmte Christoph Kolumbus, als er 1492 im heutigen Kuba an Land ging. Mit subtropischem Klima, weiten Stränden und ihren Tabak- und Zuckerrohrplantagen ist die Insel ein Natur- und Urlaubsparadies. Seine 500-jährige Zuwanderungsgeschichte hat eine kulturell und religiös vielfältige Bevölkerung geschaffen. Der Großteil der über 11 Millionen Kubanerinnen und Kubaner ist römisch-katholisch. Eine wichtige Rolle im spirituellen Leben vieler Menschen spielt die afrokubanische Religion Santería. Der sozialistische Inselstaat ist ein Land im Umbruch - mit seit Jahren wachsender wirtschaftlicher Ungleichheit.