Alles hat seine Zeit - Gedankenpausen

Wir laden ein zu Wortbeiträgen zum Nachdenken, Nachsinnen, Diskutieren, Pausieren ... wo auch immer Sie gerade sind

Trauer und wie es doch etwas leichter sein kann…

Mit der Trauer allein und doch nicht allein

...von Yvonne Contier


Liebe Leserin, lieber Leser,


persönlich kann ich aus eigener Erfahrung sprechen, denn in dieser Zeit der Distanz ist aus der Familie jemand verstorben. Jemand der mir nahe stand.


Ganz plötzlich und unerwartet musste die Person ins Krankenhaus. Keiner durfte die Person besuchen. Das war schon schlimm. Und dann… plötzlich, unerwartet die Mitteilung, dass die Person verstorben ist.


Allein, krank, ohne Besuch, ohne Familie – im Krankenhaus… Es war nicht nur für die verstorbene Person schwer, ohne Besuch zurecht kommen zu müssen. Es war auch für uns, die jetzt ohne die Person weiterleben, schwer. Schwer, nicht mehr sagen zu können, wie lieb man diese Person hatte. Schwer, diese Person weit vorher schon nicht mehr in den Arm nehmen zu können, weil diese Person zur Risikogruppe gehörte.


Auch jetzt, wenn ich diese Zeilen schreibe, sitzt der Schmerz um den Verlust tief.


Die Beisetzung war gefühlt noch schlimmer. Denn die Distanz, die zu wahren war/ist, lässt einen ganz allein. Man kann niemanden in den Arm nehmen. Niemandem tröstend in den Arm nehmen. Alles mit Distanz.


Für alle Beteiligten war das schwer. Und ist es noch…


Was hilft mir, um es etwas besser zu ertragen oder es leichter zu nehmen…

 

  • der Gedanke und das Wissen darüber, dass die verstorbene Person nun keine Schmerzen mehr hat.
  • all das was jetzt ist und noch kommen wird nicht mehr erleben muss.
  • viel miteinander reden – positive Dinge in Erinnerung rufen.
  • raus gehen, sofern es möglich ist.
  • mein Glaube an Gott.
  • zu wissen, aus meinem Glauben heraus, das diese Person nun im Himmel bei Gott und anderen die schon vorausgegangen sind, gemeinsam auf uns herabsehen und dort auf uns warten, bis wir eines Tages nachkommen.

 

Ich bin nicht allein, auch wenn das Gefühl, wenn jemand gestorben ist, sehr groß ist. Denn Gott ist bei mir. Und wenn nicht Gott selbst, dann einer seiner himmlischen Boten.


Ich bin nicht allein, Du bist nicht allein, wir sind nicht allein, Ihr seid nicht allein. Es ist immer einer da, der mit uns geht.


Es gibt ein schönes Lied, das heißt, "Manchmal brauchst du einen Engel" von Siegfried Fritz.

Es gibt auch noch andere Lieder:

  • Ich möcht, dass einer mit mir geht
  • Mögen Engel dich begleiten
  • Wir haben Gottes Spuren festgestellt
  • Möge die Straße

 

Bestimmt fällt Ihnen auch das eine oder andere Lied ein, das passt. Das Ihnen vielleicht Kraft gibt. Dann summen Sie es. Singen Sie es für sich. Oder spielen Sie es ab.


Der Glaube an Gott gibt mir Kraft. Das Wissen, ich bin nicht allein mit der Trauer. Ich kann die Trauer mit meiner Familie teilen. Aber auch mit Gott und den Geistlichen unserer Gemeinde.


Die Abendgebete von Pfarrer Daniels und die Predigten von Pfarrerin Kibilka, Pfarrer Dr. Theobold und Pfarrer Grafe haben mir geholfen. Aber auch die Geschichten von Julius.


Ich hoffe Ihnen hiermit etwas Ruhe in diese unruhige und bedrückende Zeit gebracht zu haben.


Denn wie wir alle wissen…


Leben wir, so leben wir dem Herrn; sterben wir, so sterben wir dem Herrn. Darum: wir leben oder sterben, so sind wir des Herrn.

Denn dazu ist Christus gestorben und wieder lebendig geworden, dass er über Tote und Lebende Herr sei. (Römerbrief 14, 8-9)

 

Psalm 23: Der HERR ist mein Hirte, mir wird nichts mangeln. Er weidet mich auf einer grünen Aue und führet mich zum frischen Wasser. Er erquicket meine Seele. Er führet mich auf rechter Straße um seines Namens willen. Und ob ich schon wanderte im finstern Tal, fürchte ich kein Unglück; denn du bist bei mir, dein Stecken und Stab trösten mich. Du bereitest vor mir einen Tisch im Angesicht meiner Feinde. Du salbest mein Haupt mit Öl und schenkest mir voll ein. Gutes und Barmherzigkeit werden mir folgen mein Leben lang, und ich werde bleiben im Hause des HERRN immerdar.

 

Amen.


Bleiben Sie behütet und gesund.

 

Ein kleiner Blick in die Ferne:

Jubilate - Gedankenpause